Artikel — 31. August 2015 at 13:56

My Friend : Mein erster Tag in der Flüchtlingsunterkunft

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DSC_0007Hallo. Mein Name ist Jahn Leidner, ich bin 19 Jahre alt und einer der beiden neuen FSJ’ler im Cultra. Mein erster Artikel im Cultrablog handelt von meinen Erlebnissen und Erfahrungen, die ich bei der Arbeit mit den Flüchtlingen in Brühl machen konnte.

Letzte Woche Donnerstag begann mein erster Tag in der Brühler Flüchtlingsunterkunft. Ich hatte am Abend davor noch ein mulmiges Gefühl was die Arbeit dort anging, da ich nicht genau wusste was auf mich zukommen würde. Mein Gefühl war weder positiv noch negativ, sondern eher eine Mischung aus Neugier und das durch die Medien transportierte Bild von den Flüchtlingsheimen und den Menschen, die dort untergebracht werden.
An der Unterkunft angekommen, empfing mich Jenny. Ich war ganz schön nervös. Jenny zeigte mir die Unterkunft,
also das Personalzelt, die Büros und die abgetrennten Wohnbereiche und ich musste feststellen, dass es sich anders anfühlt, die Dinge mit eigenen Augen zu sehen. Im Zelt traf ich auch auf Hannah, die mit mir ihr FSJ im Cultra begonnen hatte, und Flora, eine Praktikantin. Sie waren heute schon länger hier und wir tauschten uns kurz aus.
Ich bekam ein Walkie Talkie und war einsatzbereit: Regale aufbauen, mein erster Kontakt zu den Flüchtlingen.
Es waren Männer aus Syrien, dem Kosovo und Albanien. Menschen unterschiedlicher Mentalitäten und mit unterschiedlichen Geschichten, die sich hier alle mit “my friend” ansprachen. Gemeinsam richteten wir die neuen Regale auf und füllten sie mit Bettbezügen und Kleidung. Für den Spätsommer war das Wetter an diesem Tag unangenehm. Den syrischen Mädchen, die um uns herumliefen, war das ziemlich egal. Sie spielten und lachten und waren glücklich. Ein schöner Augenblick. Wir gingen später nochmal durch die Unterkunft und Elly, eine Mitarbeiterin erzählte mir von einer jungen Frau aus Syrien, die sie zum Arzt begleitet hatte. Sie erzählte Elly von den Strapazen ihrer Flucht, die sie ohne Familie durchstehen musste. Kurz vor Dienstschluss gingen wir nochmal zurück ins Zelt, wo Hassan, einer der Security Leute, mit einem Syrer deutsch lernte. Das machen sie jeden Tag, sagt Hassan. “Und das ist auch gut so!”
Dann ist mein Arbeitstag vorbei. Für mich ein Tag voller Erfahrungen. Die Menschen und ihre Geschichten lassen einen erst einmal nicht los, auch wenn man schon lange wieder zuhause ist. Das Thema Flüchtlinge ist immer noch sehr schwer für mich um es alles zu verstehen, doch ich weiß das ich es nun mit meinen Augen sehe und nicht mehr mit den Augen der Medien. In dem Sinne my friend can i help you ?

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