Interview — 18. Dezember 2014 at 13:38

70 Jahre danach

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Das Generationen übergreifende Projekt 70 Jahre danach ist diesen Monat gestartet und es wurden schon einige Interviews durchgeführt. Auch mein Team und Ich hatten gestern, am 16.12 unser erstes Gespräch. Schon beim Kennenlerntreffen waren wir mit der Zeitzeugin die uns zugeteilt war in Kontakt getreten und hatten uns danach sehr auf das Gespräch gefreut. So gingen wir also am Dienstag mit Blumen und Keksen bewaffnet ins Wetterstein. Wir wurden herzlich empfangen und setzen uns mit Kaffee und Keksen an einen Tisch. Im Laufe des Interviews bemerkte man schnell, dass wir es mit einer Frau zu tun hatten, die schon damals mit offenen Augen auf das Geschehen sah. So erzählte sie uns, von einem jüdischen Mädchen, dass sie immer in der Bahn traf, wenn sie zur Schule fuhr. Sie hatte sich immer wenn es ging neben das Mädchen gesetzt und sie angesprochen obwohl sie wusste, dass sie dafür in Schwierigkeiten geraten könnte. Dies ist nur ein Beispiel für ihre Zivilcourage. Wir unterhielten uns zwei Stunden lang mit der Dame und hätten auch noch zwei weitere dort sitzen können. Die Zeit verging wie im Fluge, da wir sehr viele Interessante Dinge zu hören bekamen. Jede Frage beantwortete sie uns gerne und brachte uns manches Mal zum Lachen. Es war eine tolle Erfahrung und ein ganz neuer Einblick in die Vergangenheit. Die Zeitzeugin war auch sehr interessiert daran noch einmal von uns zu hören, sobald wir mit der Weiterverarbeitung unseres Materials fertig sind. Wir versicherten ihr uns zu melden wenn wir Ergebnisse hatten, aber auch wenn wir weitere Fragen haben.

 

70 Jahre danach ist ein Projekt „gegen das Vergessen“ – zur Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges. Es ist Teil eines bundesweiten Projektes des Anne Frank Zentrums Berlin, durchgeführt im Rahmen des Bundesprogrammes „Zusammenhalt durch Teilhabe“. Dabei werden Jugendliche und Zeitzeugen zu Interviews zusammengeführt. Dokumentiert werden die Gespräche von den Jugendlichen mit Aufnahmegeräten. Dies soll ihnen bei der kreativen Weiterverarbeitung der Ergebnisse helfen. Unterstützt werden die Jugendlichen dabei von Fachkräften im Bereich Kunst, Film und Fotografie, Hörspiel und Bühnenarbeit. Zur Präsentation der Ergebnisse und weiterer Inhalte dient eine gemeinsame Veranstaltungsreihe im Mai/Juni 2015, die das Thema in den Fokus der Brühler Öffentlichkeit rückt.

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