Art, Bewegte Bilder, Games — 24. November 2013 at 16:01

Wenn Spiele mehr sind… Teil 6: Spec Ops The Line

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konrad-quoteIn dieser Ausgabe “Wenn Spiele mehr sind” möchte ich mich mit einem Spiel befassen, dass für diese Rubrik augenscheinlich unpassender kaum für sein könnte; denn Spec Ops: The Line ist ein Shooter. Mit dem Gewehr voran stürmt ihr als Anführer eines US-amerikanischen Suchtrupps in das vollkommen verwüstete Dubai. Schreckliche Sandstürme haben die Stadt vollkommen unbewohnbar gemacht und weitläufig unter einer meterdicken Sandschicht vergraben. Ihr befindet euch auf einer Suchmission: Vor 6 Monaten verschwand die Damned 33th, eine Elite-Einheit der amerikanischen Armee ohne weitere Lebenszeichen in der sandigen Hölle Dubais. Jetzt wo die heftigsten Stürme vorüber sind und eine verzweifelte Funkübertragung, die Hoffnung auf Überlebende in den Tiefen Dubais neu entfachte, werdet ihr entsandt, um mögliche Überlebende zu bergen.

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Schnell stoßt ihr auf unbekannten Widerstand. So beginnt die Kampagne von Spec Ops: The Line und somit auch die Kampagne eines Spiels, dessen spielerische Aspekte es direkt in eine Reihe mit klassischen und in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen verschrienen Shooter-Kollegen stellt.combatans-quote Spielerisch geht es in der Tat um nichts weniger, als die gegnerische Partei mit Pistolen, Gewehren und Granaten ins virtuelle Jenseits zu schicken. Ihr hechtet von Deckung zu Deckung, plündert die Munition euer gefallenen Gegner und versucht durch möglichst präzise Schüsse der Bedrohung durch die Anderen Herr zu werden. Für Shooter-Freunde gehobenes Mittelmaß, für die Leser unter euch, die hier über ein außergewöhnliches Spiel lesen wollen eher unverständlich. Wieso schafft es so ein Spiel in einem Atemzug mit Journey, The Unfinisched Swan und The Walking Dead genannt zu werden?

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Es ist die Geschichte und die Art und Weise, wie sich Spec Ops: The Line mit der Thematik auseinander setzt. Spec Ops: The Line hinterfragt. Es hinterfragt die “Feinde”, die Situation, den Spieler, das Spiel als solches und eure Handlungen. fault-quoteWer ist euer Gegner und was treibt ihn an, wieso kämpft ihr und wofür? Woher nehmt ihr das Recht über gut und böse zu entscheiden und womit verdienenen die, die euch dort mit gezückter Waffe gegenüberstehen den Tod? So merkwürdig es auch klingen mag: Spec Ops: The Line ist ein Anti-Kriegs Shooter und gleichzeitig ein Spiel, das sich sehr kritisch mit den Normen der aktuellen Shooter-Generation auseinander setzt. goodperson-quoteHeiligt der Zweck wirklich immer die Mittel und wer bestimmt überhaupt den “Zweck” einer Handlung. Wo hört gut auf und wo beginnt böse? Wann ist man ein Held und wie viele Heldentaten rechtfertigen einen Mord?

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Ein Spiel wie Spec Ops: The Line zu finden ist schwierig; schwieriger, als man meinen würde. Schockieren gehört gerade im Genre der Militär-Shooter zwar seit Jahren zum Standard, es geht allerdings tatsächlich in den aller meisten Fällen eben nur um das bloße Schockieren und weniger um das Hinterfragen. happen-quote Der fast schon legendär gewordene Prototyp dieses Systems ist die oft diskutierte “No Russian” Mission aus Call of Duty: Modern Warfare 2. Auch Spec Ops: The Line will schockieren, aber es will eben auch mehr als das, es will euch nachdenklich machen und zwingt euch immer wieder dazu sowohl die Handlungen eurer Feinde, als auch eure eigenen immer wieder zu reflektieren. Das Spiel setzt sich erfreulich erwachsen mit seiner eigenen Thematik auseinander und bringt somit frischen Wind in ein Genre, das sich wie kaume ein Zweites so sehr durch Bombast und Action definiert.

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