Allgemein, Artikel, Uncategorized — 29. August 2013 at 14:27

Slenderman – Mythos, Fiktion und die Wahrheit dahinter

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“Er war groß. Zu groß für einen Menschen. Sein formloses Gesicht schien nach mir zu greifen, schien mich zu verschlingen. Er stand einfach nur da; lauerte, wartete. Seltsam verzerrte Schatten umspielten ihn, fraßen das Licht um ihn herum. Panik und Angst, mehr war da nicht. Paralysiert starrte ich immer noch in sein abartiges Gesicht. Keine Augen, kein Mund, nur konturlose Leere und doch schien er mich zu sehen, sah in mein Inneres; verschlang alles. Mein Lebenswille war fort, ich war mir nicht einmal mehr meiner selbst bewusst. Unfähig davon zu laufen, unfähig auch nur einen Gedanken zu fassen, angefüllt mit Angst. Meine Tochter stand neben ihm, eingehüllt von den viel zu lebendigen Schatten, die auch dieses Ding umgaben. Irgendwann verlor ich mein Bewusstsein. Als ich aufwachte war er fort. Meine Tochter habe ich seit diesem Tag nicht mehr gesehen. Niemand glaubt mir. Aber das ist mir egal. Ich weiß, dass all dies wirklich passiert ist, denn er beobachtet mich und irgendwann wird er mich holen.”

~Audio-Transcript einer am 16. August 2007 gefundenen Aufzeichnung von David Greenwood (Verschwunden am 14. August 2007). Vor seinem Verschwinden war er Hauptverdächtiger im Mordfall Judith Greenwood

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Der Mythos des Slenderman

Slenderman in der Geschichte:

Der Ritter

Der Ritter von Hans Freckenberg

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Höhlenmalerei

Der Slenderman ist ein uraltes menschenähnliches Geschöpf, dessen Sichtungen sich zwar im 20. und 21. Jahrhundert häufen, der aber bereits in frühster Zeit in Sagen, Legenden und Kunst verarbeitet wurde. Das älteste “Dokument” ist eine brasilianische Höhlenmalerei, die von Wissenschaftlern auf ungefähr 9000 vor Christus datiert wird. Als “Dieb der Götter” findet der Slenderman dann 3100 vor Christus als Hieroglyphe im Grabmal des ägyptischen Pharaos Wazner Erwähnung. Ein weiterer Beleg stammt aus einem alten deutschen Holzstich des Künstlers Hans Freckenberg aus dem 16. Jahrhundert. Der Holzstich trägt den Namen “der Ritter” und zeigt eine skelettartige Gestalt mit unnatürlich vielen Gliedmaßen, die einen Ritter mit einem langen, lanzenähnlichen Arm tötet. Gerade im 16. Jahrhundert häufen sich Abbildungen eines solchen Wesens, mit unnatürlich vielen Gliedmaßen. Manche davon zeigen diese Inhalte immer noch, andere wurden im Laufe der Jahre geändert um unnötige Fragen zu vermeiden.

In offiziellen Dokumenten und Erfahrungsberichten sucht man in dieser Zeit vergebens. Stattdessen sind die Angst und die schrecklichen Erfahrungen der damaligen Zeit integraler Bestandteil der Sagen- und Legendenwelt geworden. Riesige bleiche Wesen mit tentakelartigen Gliedmaßen, die Kinder entführen. Diabolische, gesichtslose Edelmänner, die ganze Familien auslöschen. Stumme Monster die im Wald leben und all jene heimsuchen denen sie Begegnen, bereit ihre Opfer schließlich ins Nichts zu entführen. Nur eines der vielen Beispiele ist die deutsche Sage des “Großmann”. Ein böse Macht, die Kinder entführt, wenn diese unerlaubt den Wald besuchen. Wesentlich beunruhigender ist die rumänische Legende des “Tall Man”/”Der große Mann”.

Die Legende des großen Mannes

Stela und Sorina sind gute Töchter. Mutig, tapfer, gehorsam und respektvoll. An einem schönen Herbsttag ziehen sie mit ihrer Mutter aus, um im Wald nach Beeren zu suchen. Es dämmert bereits, als sie auf einer Lichtung dem großen Mann begegnen:

Der große Mann stand auf einer Lichtung, gekleidet wie ein Ehrenmann, ganz in Schwarz. Schatten umgaben ihn, dunkel wie die Nacht an einem wolkigen Tag. Er hatte viele Arme, alle lang und knochenlos wie Schlangen, alle scharf wie Schwerter und sich windend, wie auf Nägeln aufgespießte Würmer. Er sprach nicht und doch fand er Gehör.

Die Mutter, so heftig sie es auch versucht, vermag es nicht die Befehle und unausgesprochenen Worte des Mannes zu ignorieren. Schrecklich weinend und schluchzend befiehlt sie Sorina ihre Schwester mit einem Messer zu töten, andernfalls würden schreckliche Dinge geschehen. Doch Sorina, schockiert und verwirrt, flieht nach Hause und versteckt sich unter ihrem Bett. Als ihr Vater nach Hause kommt berichtet sie von den schrecklichen Vorfällen im Wald. Kurz entschlossen greift der Vater nach seiner Axt und rennt in den Wald. Aufgeregt und mit Tränen in den Augen schläft Sorina ein. Als sie von einem Klopfen geweckt wird ist es tiefste Nacht. “Wer ist da?”, fragt sie. “Dein Vater!”, antwortet eine Stimme. “Ich glaube dir nicht!” – “Deine Schwester!” – “Das kann nicht sein!” – “Deine Mutter; und ich hatte dich gewarnt es würde schlimmer werden.” Die verschlossene Tür fliegt auf. Die Mutter, überströmt vom Blut der Tochter und des Vaters betritt das Haus.

“Wieso?” wimmert Sorina. “Weil”, sagt die Mutter “es keine Belohnung für Güte gibt; es gibt keine Atempause für den Glauben; Es gibt nichts als kalte stählerne Zähne und geißelndes Feuer für jeden von uns. Und jetzt wird es dich holen.” Und der große Mann glitt aus dem Feuer des Kamins packte Sorina in seiner brennenden Umarmung. Das war ihr Ende.

Der Slenderman der Neuzeit auf Seite 2

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