Allgemein, Kreativ, Musik — 26. April 2013 at 10:24

Techno auf neuen Tasten

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Wenn mir plötzlich jemand erzählen würde er will jetzt anfangen die Musik des Kölner Techno-Lables Kompakt zu Hause auf dem Klavier nachzuspielen, würde ich ihn für verrückt erklären! Wie soll man denn so viele elektronische Töne auf einem klassischen Instrument wie dem Klavier spielen können? Und wie sollte das Ganze denn dann heißen? Akustik-Techno? Eigentlich ein Widerspruch in sich, doch der Kölner Pianist und Komponist Gregor Schwellenbach hat sich genau das zum Ziel gesetzt. Er wollte herausfinden, warum elektronische Musik so verzaubert, obwohl sie doch so einfach ist.

Schon seit 2000 schreibt er deshalb die Stücke von Kompakt in klavierkompatible Noten um und bastelt sich so eine neue Musikrichtung zusammen, die es nicht nur schafft zwischen Klassik und Techno zu balancieren, sondern sogar zirkusreife Akrobatik-Kunststücke dazwischen vollführt. Aber auch er selber sagt, dass seine Musikfindung nicht immer einfach ist, sondern dass sich von fünf spielbaren Stücken, die er findet, nur eins richtig bombe anhört. 

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Früher haben mir die Kinder mit Klavierunterricht immer leid getan, weil sie, selbst bei schönem Wetter, ständig vor den Tasten sitzen mussten und üben sollten, während ich draußen gespielt und Sachen gegen ihr Fenster geworfen habe. Und überhaupt, ein Klavier kann man, im Gegensatz zum Instrument meiner kurzen Gitarrenkarriere, doch nicht mitnehmen!
Aber inzwischen bin ich wirklich beeindruckt, dass diese neuen Mozarts nicht mehr nur den Eismann mit ihrem Für Elise in den Schatten stellen, sondern sondern jetzt sogar Techno klimpern können.

Gregor Schwellenbach hatte dann noch Glück, als das Label Kompakt selber auf ihn aufmerksam geworden ist und ganz begeistert von seiner Umsetzung ihrer Musik war. Also konnte er als Schöpfer einer neuen Musikrichtung direkt eine Platte zum 20-jährigen Geburtstag von Kompakt aufnehmen. Zum Glück, sagt er, sind moderne Musikrichtungen offen gegenüber Neuem.

Ich bleibe fürs Erste dann auch gespannt, ob nicht bald die klavierspielenden Nachbarskinder anfangen werden Akustik-Techno zu spielen, wofür zum Einen die Noten nicht schwer sind und was zum Anderen mal eine deutliche Verbesserung zu Flohwalzer und Co. wäre. Also lieber Gregor, bring doch bitte deine Stücke mal als Notenbuch raus, vielleicht versuche ich mich ja dann auch mal am Klavier.

Zu hören gibt es Gregor Schwellenbach mit seinen Techno-Klavierstücken dann zum Beispiel hier.

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