Artikel, Games — 8. Februar 2013 at 13:37

Wenn Spiele mehr sind… Teil 2: Journey

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Kennt ihr den Satz: „Der Weg ist das Ziel“? Wisst ihr, was er bedeutet? Kennt ihr das Gefühl eine Reise zu beginnen, mit dem Wunsch, sie würde nie zu Ende gehen? Und wenn ihr es dann doch erreicht habt, dieses Ziel, dieses Ende; was dann? Brecht ihr auf zu einer neuen Reise, in eine neue Welt, zurück in das Unbekannte, aus dem ihr gekommen seid?

Sept11ScreenshotNicht umsonst trägt das heutige Spiel den Namen Journey (zu Deutsch: Die Reise), denn kaum etwas verkörpert diese so oft dahergesagt Phrase „Der Weg ist das Ziel“ in solch einer Fülle und Vollkommenheit, wie es diese kleine Perle der Videospielkunst in Perfektion zu tun vermag.

Eure Reise beginnt mitten in einer Wüste. Einem schier unendlichen Meer aus Sand, gepeitscht von Wind und erleuchtet vom Licht der gleißenden Sonne. Wer oder was ihr seid wisst ihr nicht; euere Aufgabe kennt ihr nicht. In weiter Ferne erhebt sich ein majestätischer Berg aus der wunderschönen Tristes des Wüstensandes. So macht ihr euch also auf den Weg ins Unbekannte, beginnt eure Reise in eine Welt voller Magie, Emotionen und der Faszination des Entdeckens.

Eingehüllt in eine rote Kutte und geschmückt mit einem magischen Band, werdet ihr an die schönsten und faszinierendsten Orte reisen, die die Videospielwelt zu bieten hat. Alles was ihr braucht sind zwei Knöpfe. Der Eine zum Springen und Gleiten, der Andere, um mit eurer Umwelt zu kommunizieren. Denn auch wenn ihr euch im ersten Moment seltsam alleine in der euch umgebenden Welt fühlt, werdet ihr bald auf andere Wesen treffen. Sie zu beschreiben ist schwierig, sie zu begreifen fast unmöglichen. Am einfachsten beschreibt man sie wohl als kleine und große Teppich-Wesen, beherrscht und zum Leben erweckt durch einen mysteriösen Zauber. In Ihrer Gegenwart füllt sich euer magisches Band mit der nötigen Kraft, um euch höhere Sprünge und längeres Gleiten zu ermöglichen.

journey landscapeDoch da ist noch mehr. Irgendwann werdet ihr auf weitere Kuttenwesen treffen, nicht auf irgendwelche computergesteuerten Nebencharaktere, sondern auf echte Menschen, die irgendwo auf der Welt im selben Moment vor ihrer Playstation 3 sitzen und sich von Journey in seinen Bann ziehen lassen. Erst im Augenblick dieses Zusammentreffens entfaltet das kleine Wunderwerk Journey seine gesamte Faszination. Ihr wisst nichts über euren Mitspieler, ihr kennt weder seinen Namen, noch seine Herkunft oder sein Alter. Alles was ihr seht ist ein weiteres kleines Kuttenwesen, von derselben Gestalt wie ihr und gewandet in eine Kutte, die der euren zum verwechseln ähnlich sieht. Kommunizieren könnt ihr nur mit einem einzigen Laut. Einem kurzen, hellen Aufpingen, ausgestoßen in unterschiedlichen Rhythmen. So entwickelt ihr irgendwann eure eigene Sprache, findet ganz eigene Möglichkeiten, um euch euren so geheimnisvollen Wegbegleiter mitzuteilen. Obwohl euch das Spiel zu keiner Zeit einen Mitreisenden aufzwingt; eine gemeinsame Reise niemals von Nöten ist und obwohl ihr nie sicher sein könnt, dass euer Gegenüber überhaupt versteht, was ihr ihm mitteilen wollt, wird es kein Spiel schaffen eine so tiefe Bindung zwischen zwei vollkommen wildfremden Menschen zu flechten, wie es diese unscheinbare Reise zum Gipfel eines Berges zu leisten im Stande ist.

Mehr als 3000 geschriebene Zeichen liegen jetzt bereits hinter euch und obwohl ihr journey-dusknun alles wisst, was es über Journey zu wissen gibt, habt ihr nicht auch nur einen Bruchteil von dem verstanden, was Journey überhaupt ist. Journey ist die Faszination eines malerischen Sonnenuntergangs, gespiegelt im wassergleichen Sand der Wüste. Journey ist die Bedrohlichkeit eines fliegenden Steindrachens, irgendwo in den tiefen Tempeln einer längst verschollenen Zivilisation und schließlich ist es die Magie, sich von einem unbekannten Begleiter zu verabschieden, wenn eure Reise dann doch irgendwann ein Ende gefunden habt. Am Ende kann ich euch nur eines mit auf den Weg geben: Hört auf, gehetzt von einem zum anderen Punkt zu jagen, genießt eure Reise. Der Weg ist das Ziel!

 

Mit freundlicher Unterstützung von totg-logo-1

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