Allgemein, Interview, shortcut — 8. Januar 2013 at 21:03

Der letzte Shortcut. Exklusives Interview!

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Mit The Show Must Go On endete am 22.12.2012 das, was an diesem Datum vor exakt 687 Tagen mit mein Stalker begann. Nach 57 Folgen stellt die Shortcut Filmcrew ihre allwöchentliche Kurzfilmproduktion nun ein. Der cultrablog sprach exklusiv mit dem Regiesseur der Reihe, Kaveh Ahangar, über die letzte Folge, das  harte Filmgeschäft und zukünftige Projekte.

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cultrablog: Mit The Show Must Go On endet die Shortcut Reihe mit einer Premiere. Du spielst die Hauptrolle. Und das mit einem unverkennbaren schauspielerischen Talent, das die Mängel in Umsetzung und Technik fast vergessen macht.  Sieht man dich im neuen Projekt CULTRA TV öfters vor der Kamera?

Kaveh: Eigentlich nicht… ich habe die Rolle nur gespielt, weil ich es seit einem Jahr versprochen hatte. 

57 Shortcuts sind es geworden. Damit hast du bei mehr Filmen Regie geführt, als Tarantino und Spielberg es zusammen geschafft haben. Kritiker nennen deine Filme lieblose Fließbandprodukte. Leidet da zwangsläufig die Qualität der Produktionen oder haben wir es hier mit Neid zu tun?

Der Name verrät eigentlich alles: Shortcut. In 4 Stunden Drehbuch schreiben, Rollen verteilen, Maske, Drehort suchen, Szenen proben, Film drehen, Filmschnitt, Soundsuche und Musik bestimmen.  Ich würde behaupten, dass die großen Hollywood-Regie-Meister in so einer kurzen Zeit nicht unbedingt 57 Meisterwerke drehen würden.

Das Thema Gewalt zieht sich wie ein roter Faden durch deine Filme. Ideenlosigkeit, Hommage an deine Vorbilder und/ oder künstlerisches Stilmittel?

Ideenlosigkeit nein. Hommage Ja. Ich würde es aber eher Begrenzung der künstlerischen Möglichkeiten nennen. Mit Gewaltszenen kann man mit einfachen Mitteln mehr Aktion schaffen. Wir konnten ja keine Autojagt-Szene oder Springen über Dächer drehen.

57 Produktionstage insgesamt, immer wenig Budget und kaum Komfort.  Catering ja, aber selbstfinanziert.  Ist es unter diesen Umständen nicht manchmal schwer gewesen,  so verwöhnte und erfahrene Schauspieler, wie du sie engagieren konntest, über die ganze Strecke zu halten?

“Guten Tag, Pizza!” (Anm. d. Red.: Name der Fastfoodkette geändert)  hat mir sehr geholfen. Natürlich muss auch die Arbeit Spaß machen. 

Musstest du deine Crew bei dem ganzen Erfolg schon einmal zurück auf den Boden der Tatsachen holen und sagen: Leute es läuft gut, aber das heißt nicht, dass wir nachlässig werden dürfen! ?

Eigentlich nicht, doch zum Schluß war die Luft einfach raus. 

Was war die größte Kritik, die du dir bei den Produktionstagen von Mitgliedern des Shortcut Teams anhören musstest? Wie hast du darauf reagiert?

Es gab wenig Zeit für Feinarbeit/Details…und bei Kritik zeigte ich einfach auf die Uhr. So waren wir uns einig: Wenn das Ding noch heute fertig werden soll, müssen wir einen B-Movie machen.

Christopher Nolan, ein Regisseur der oft in einem Atemzug mit dir genannt wird, verzichtet bei seinen Filmen ja bekanntlich auf die 3D Technologie. Andere Vertreter scheinen ihre Filme nur noch auf eben diesen Effekt auszulegen und verzichten wiederum völlig auf Handlung und Innovation. Wie handhabst du das Thema bei zukünftigen Produktionen? Erleben wir CultraTV in 3D und 48 Bildern die Sekunde?

Was ist 3D? 

Ist nach 57 Filme endgültig Schluss mit Shortcut oder wird es eine Special Edition der Filme als DVD geben?

Ich habe direkt mit einem neuen Projekt begonnen. CULTRA TV. Das Projekt soll Berichte von Veranstaltungen im Cultra, Tipps, Interessante Links und Videos, Lifestyle, lustige Kurzfilme, Filmtipps oder einfach allgemeine News was die Welt betrifft, in einer Sendung zusammenfassen. So kann natürlich auch mal ein neuer Shortcut-Film gedreht werden. Das Projekt findet immer Freitags 16h (Shortcut Time) statt.

Wir wünschen viel Erfolg!

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